KI macht Wärmenetze noch deutlich effizienter
10.04.2026
Wie kann KI helfen, umweltfreundliche Nahwärme noch effektiver zu machen? In einem spannenden Pilotprojekt untersucht die HEWA derzeit gemeinsam mit der Nürnberger Firma Diehl Metering eine vielversprechende Lösung, die die Energiewende vor Ort noch wirtschaftlicher und bezahlbarer machen kann.
Die Vorteile lokaler Wärmenetze liegen auf der Hand – sie sind umweltfreundlich, kommen ohne fossile Brennstoffe aus und erlauben die vielbeschworene Technologieoffenheit. Das zeigen beispielhaft die inzwischen fünf großen Wärmenetze der HEWA im Stadtgebiet: Sie werden „befeuert“ mit energiesparender Kraft-Wärme-Kopplung, umweltfreundlichen Hackschnitzeln, Bio-Methan oder – wie im Neubaugebiet Raiffeisenstraße Süd – mit einer wegweisenden, CO2-freien Kombination aus Geothermie und Photovoltaik.
Genau dort ist auch das Pilotprojekt angesiedelt – in der Heizzentrale. Hier laufen die Daten von aktuell 11, künftig bis zu 30 digitalen Wärmezählern zusammen, die in den umliegenden Ein- und Mehrfamilienhäusern verbaut sind. Die zeichnen genau auf, wieviel Heizenergie dort wann verbraucht wird und funken diese Verbrauchs-Daten quasi in Echtzeit in die Heizzentrale.
Viel entscheidender aber ist, was mit den Daten der kleinen Geräte der Firma Diehl Metering in der Heizzentrale passiert. Dank künstlicher Intelligenz kombiniert sie das System mit aktuellen Wetterprognosen und soll so in Zukunft dafür sorgen, dass das Netz möglichst effizient immer genügend Heizenergie bereitstellt.
In einem TV-Beitrag der Frankenschau des BR über das Pilotprojekt verdeutlichte HEWA-Wärmeexperte Hendrik Nijhuis das mit einem griffigen Beispiel: „Wenn es aktuell mild und sonnig ist, in zwei Tagen aber Wolken aufziehen und es kälter werden soll, kann ich schon heute billigen PV-Strom nutzen, um genügend Fernwärme zu erzeugen.“ Die kann dann gespeichert werden und muss nicht erst – teurer - produziert werden, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.
„Wir gehen davon aus, damit in jedem Wärmenetz bis zu 20 Prozent herausholen zu können“, sagt Jonas Porzelt von Diehl Metering. Wie Hendrik Nijhuis hofft auch er, das mit dem Pilotprojekt belegen zu können – und anschließend die Technik auch in anderen Wärmenetzen gewinnbringend für alle Seiten einsetzen zu können.
Zum Beitrag aus der Frankenschau vom 24. März 2026 in der ARD-Mediathek geht’s hier.